FÖJ im Tierheim: Tierisches Jahr zwischen Hund und Kakadu

Kiran erzählt uns, wie ihre neu entfachte Leidenschaft für Tiere ihrer beruflichen Zukunft eine komplett neue Richtung gegeben hat.


Hey, mein Name ist Kiran!

Ich bin 20 Jahre alt und habe mich dazu entschieden nach meinem Abitur ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Tierheim zu absolvieren.

Die Arbeit bereitet mir große Freude und hat mich auch auf dem Weg zur Berufswahl weitergebracht. Noch bis kurz vor meinem Abitur bin ich fest davon ausgegangen, dass ich mal etwas mit Sprachen machen werde und habe daher auch die Leistungskurse Englisch und Französisch gewählt. Aber dann hat sich mein Freund einen Hund zugelegt und ich habe meine Leidenschaft für die Tiere wieder entdeckt.

So bekam ich einen Platz in meiner Traum-Einsatzstelle

Da meine Mutter bei sich auf der Arbeit die FSJler*innen betreut wusste sie auch Bescheid, dass das FÖJ existiert. Nach etwas Recherche bin ich dann darauf aufmerksam geworden, dass das Tierheim in Stuttgart FÖJ-Stellen anbietet. Für mich die absolute Traum-Einsatzstelle: Nah bei mir und in engem Kontakt zu den Tieren. Dadurch dass das Tierheim so nah bei mir ist kann ich zuhause wohnen bleiben und mir mein verdientes Taschengeld gut sparen.

Ich habe mich dann möglichst frühzeitig beworben, um gute Chancen zu haben angenommen zu werden. Für die Bewerbung auf einen FÖJ Platz im Tierheim Stuttgart muss man volljährig sein und einen Führerschein der Klasse B besitzen. Sonst sind keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich außer natürlich: ein großes Interesse an den Tieren.

Der Arbeitsalltag im Tierheim war eine komplett neue Erfahrung 

Die Umstellung von Schule zur Arbeit im Tierheim war ganz schön anstrengend. Während man in der Schule die meiste Zeit nur sitzt, verbringt man als Tierpfleger acht Stunden täglich auf den Beinen. Dazu muss man auch wissen, dass man für den Einsatz im Tierheim auch die Bereitschaft mitbringen muss an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten. Die Tiere müssen ja nicht nur unter der Woche versorgt werden. Konkret bedeutet das, dass wir in einem Vierer-Sechser Rhythmus arbeiten. Also vier Tage Arbeit, zwei Tage frei. Dann sechs Tage Arbeit, dann zwei Tage frei. Dann wieder vier Tage Arbeit - und so weiter.

Mein Arbeitstag im Tierheim beginnt um 7 Uhr morgens. Als erstes steht Füttern und Putzen auf dem Plan. Damit ist man dann meistens auch den ganzen Vormittag beschäftigt. Um 12 Uhr habe ich dann zwei Stunden Mittagspause. Nachmittags ist es dann in der Regel etwas entspannter und wir haben Zeit für Interessentengespräche oder uns auch mal intensiver mit einzelnen Tieren beschäftigen zu können.

Auch daheim kümmere ich mich um einen Schützling

Im Tierheim selbst sind die verschiedensten Tiere untergebracht. Da ist von den klassischen Hunden, Katzen, Mäusen über Degus, Schlangen, Spinnen, Hühner und exotischen Vögeln alles dabei. Selbst größere Nutztiere wie Ziegen, Schafe oder Pferde gibt es ab und zu im Tierheim. Mir haben es im Laufe meines FÖJs besonders die exotischen Vögel angetan. Inzwischen habe ich auch einen Rosakakadu aus dem Tierheim zu mir in Pflege genommen bis er ein endgültiges Zuhause gefunden hat. (Siehe Bild oben)

Das Problem bei Vögeln und vor allem Papageien und Sittichen ist es, dass sie sehr soziale Tiere sind und unbedingt Artgenossen und viel Ansprache brauchen. Rossini, der Rosakakadu, war leider Einzeltier im Tierheim und bei mir zu Hause habe ich zumindest etwas mehr Zeit mich mit ihm zu beschäftigen. Außerdem kümmern sich meine Mutter und Schwester auch mit um den Vogel wenn ich nicht da bin. Bald ist es aber endlich soweit und Rossini darf in sein endgültiges Zuhause mit Artgenossen umziehen.

FÖJ-Freiwillige Kiran im Tierheim Stuttgart

Bei der Arbeit mit Tieren muss man einfühlsam und stark zugleich sein

Die meisten Tiere die im Tierheim landen wurden ausgesetzt oder vom Tierschutz aufgrund schlechter Haltung oder anderen Verstößen gegen die Tierschutzauflagen sichergestellt und ins Tierheim gebracht. Viele werden aber auch von ihren Haltern abgegeben. Beispielsweise aufgrund von Umzügen, Änderungen der Lebensumstände oder auch Tod eines Partnertiers. Leider haben viele der Tiere im Tierheim Verhaltensauffälligkeiten oder sind den Kontakt zu Menschen gar nicht gewöhnt. Wir versuchen ihnen dann die Scheu zu nehmen.

Die Arbeit im Tierheim fällt aber nicht immer leicht. Man muss loslassen können, denn im Tierheim ist es ein Kommen und Gehen. Auf der einen Seite ist es dann zwar traurig, wann die Schützlinge weg sind, aber auf der anderen Seite freuen wir uns für sie, dass sie ein schönes neues Zuhause gefunden haben. Aber man muss es auch aushalten können, dass nicht jedes Tier das Tierheim lebend verlässt. Das sind die herausforderndsten Momente meiner Arbeit.

Auf dem Seminaren können wir die Themen selbst wählen

Neben der Arbeit im Tierheim gehören zum FÖJ noch fünf begleitende Wochenseminare. Diese haben aufgrund von Corona für mich leider nur online stattgefunden. Während den Seminaren beschäftigt man sich mit von uns FÖJler*innen selbst ausgewählten Themen rund um Nachhaltigkeit und Ökologie. In meinen Seminaren waren das beispielsweise Artenschutz, Waldsterben und nachhaltiger Konsum. Außerdem lernt man durch die Seminare andere FÖJler*innen kennen und kann sich über seine Erfahrungen austauschen.

Das FÖJ hat meiner Zukunft eine neue Richtung gegeben

Im Laufe meines FÖJs habe ich schließlich auch gemerkt, dass ich doch Nichts mit Sprachen machen möchte. Stattdessen habe ich mich dafür entschieden Veterinärmedizin zu studieren. Am liebsten möchte ich mich dabei später auf die Vogel- und Exotenmedizin spezialisieren.

Aber das Studium werde ich erst nächstes Jahr beginnen. Zunächst will ich, sofern es Corona zulässt, mit dem durch das FÖJ angesparten Geld etwas reisen. Am liebsten nach Australien, um die vielen exotischen Vögel in freier Wildbahn erleben zu können!

Fazit: Ein FÖJ kann deine Studienwahl enorm beeinflussen!

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